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Eure Stimme zählt: Als Azubi den Betriebsrat wählen

Auch als Azubi hast Du in Unternehmen ein Stimmrecht, wenn es um die Wahl des Betriebsrates geht. Wir erklären Dir, warum das so ist und wie Du Deine Interessen geschickt vertrittst.
Auch als Azubi habt ihr ein Stimmrecht.
Auch als Azubi habt ihr ein Stimmrecht.

Deutschland - Den Begriff Betriebsrat hat beinahe jeder schon mal gehört, der sich mit dem Thema Ausbildung oder Berufswahl beschäftigt hat. Der Betriebsrat ist ein Gremium, das die Mitarbeiter in einem Unternehmen selbst wählen dürfen. Die Aufgabe des Betriebsrates ist es, die unterschiedlichsten Interessen der Angestellten zu vertreten und bei Problemen zwischen der Chefetage und den Mitarbeitern unterstützend und tätig zu werden.

Es sind nur fünf wahlberechtigte Angestellte erforderlich, um einen Betriebsrat gründen zu dürfen.

Die Rechte und Pflichten des Gremiums sind gesetzlich geregelt, und zwar im so genannten Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ist für den Inhalt dieses Gesetzes verantwortlich.

Kein Unternehmen ist verpflichtet, einen Betriebsrat zu gründen. Wird auf den Einsatz dieses Gremiums verzichtet, entfällt für die Mitarbeiter allerdings auch das Mitbestimmungsrecht, das ihnen das Betriebsverfassungsgesetz einräumt.[nbsp]

Die Größe des Betriebsrates hängt von der Größe des Unternehmens ab.
Die Größe des Betriebsrates hängt von der Größe des Unternehmens ab.

Die Mitgliederzahl des Betriebsrates hängt von der Größe des Unternehmens ab. Hat ein Betrieb weniger als 21 wahlberechtigte Angestellte, besteht der Betriebsrat nur aus einer Person. Bei 21 und mehr stimmberechtigten Angestellten darf der Betriebsrat aus mehreren Personen bestehen, die sich gemeinschaftlich um die Interessen der Angestellten kümmern.

In besonders großen Unternehmen mit 200 oder mehr stimmberechtigten Angestellten ist es sogar gesetzlich vorgeschrieben, dass regelmäßig eines oder mehrere Mitglieder des Betriebsrates von ihrer eigentlichen Tätigkeit freigestellt werden.

Ein Betriebsrat wird für vier Jahre gewählt. Ordentliche Betriebsratswahlen finden immer in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Mai eines Jahres statt. Es ist aber jederzeit möglich, Betriebsratswahlen durchzuführen, wenn es zum Beispiel in einem Betrieb noch gar keinen Betriebsrat gibt, wenn das Gremium aus einem gewichtigen Grund vollständig zurückgetreten ist oder weil die Mindestzahl der Mitglieder des Betriebsrates unterschritten wird, weil zum Beispiel ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt und seine Aufgabe deshalb nicht mehr wahrnehmen kann. I

hr könnt einem Betriebsrat auch gemeinsam mit den anderen Mitarbeitern Euer Misstrauen aussprechen und die Wahl nachträglich anfechten, wenn Ihr Euch nicht mehr gut vertreten fühlt. Auch in diesem Fall ist es möglich, eine außerplanmäßige Neuwahl durchzuführen.

Der Betriebsrat achtet auf alle geltenden Bestimmungen des Arbeitsrechtes.
Der Betriebsrat achtet auf alle geltenden Bestimmungen des Arbeitsrechtes.

Der Betriebsrat wird von Euch gewählt, damit er in Eurem Interesse tätig wird. Er hat darauf zu achten, dass im Betrieb alle geltenden Bestimmungen des Arbeitsrechtes und der einzelnen Tarifverordnungen umgesetzt werden und dass die Chefetage nicht die eine oder andere unliebsame Vorschrift unter den Tisch fallen lässt. Für Euch Azubis kann der Betriebsrat außerdem ein Auge darauf haben, dass Ihr im Rahmen der Ausbildung auch auf Eure Kosten kommt und die Ausbildungsinhalte den jeweiligen Vorgaben und Ausbildungsordnungen des zuständigen Berufsbildungswerkes entsprechen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke (BAG BBW) informiert ausführlich über die Arbeit der jeweiligen Berufsbildungswerke und ihre Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit.

Worum sich der Betriebsrat alles kümmern muss, ist sehr genau im § 80 des Betriebsverfassungsgesetzes geregelt. Ganz schön viel Holz? Stimmt schon, aber schließlich sind die Interessen von Angestellten auch kein Pappenstiel und ein Betriebsrat sollte sich mit allen Einzelheiten gut auskennen. Wenn ein Arbeitgeber fair spielt und Wert auf ein gutes Betriebsklima legt, kann er seine Angestellten und Azubis nicht nur darin unterstützen, einen Betriebsrat zu wählen, sondern diesem auch seine Arbeit deutlich erleichtern, indem er Lehrgänge zu diesem Thema ermöglicht.

Beim Institut für Weiterbildung Poko können Unternehmen zum Beispiel Seminare buchen, in denen die Mitglieder ihres Betriebsrates gezielt darin geschult werden, ihre Aufgaben optimal wahrzunehmen. Eine solche Weiterbildungsmaßnahme für Angehörige des Betriebsrates ist nicht nur eine tolle Geste aus der Chefetage, sie fördert auch ein konstruktives Miteinander zwischen dem Betriebsrat und den beiden Parteien, zwischen denen er vermittelt. Eine richtig coole Aktion vom Chef für Euch.

Hier stehen alle Zeichen auf Mitwählen.
Hier stehen alle Zeichen auf Mitwählen.

Dass Azubis nicht nur Pflichten sondern auch Rechte haben, haben wir Euch ja schon erklärt. Sicher möchtet Ihr gerne mitbestimmen, wer Eure Interessen gegenüber den Vorgesetzten und dem Unternehmen vertreten darf. Als Auszubildende habt Ihr dasselbe Recht, an der Wahl des Betriebsrates teilzunehmen, wie fertig ausgebildete Mitarbeiter des Betriebes. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass Ihr am Tag der Wahl das 18. Lebensjahr vollendet habt. Ist dies der Fall, habt Ihr ein volles Stimmrecht und dürft gemeinsam mit den anderen Angestellten des Betriebes darüber abstimmen, wer in Zukunft Eure Interessen vertreten darf.[nbsp]

Nicht von Bedeutung ist die Frage, wie lange Ihr schon als Auszubildender im Betrieb angestellt seid. Eine Einschränkung gibt es hier nur für Leiharbeiter. Sie dürfen nur an der Wahl des Betriebsrates teilnehmen, wenn sie mindestens drei Monate lang im Unternehmen eingesetzt werden. Für Euch als Auszubildende besteht das Wahlrecht aber auch dann, wenn Ihr Eure Ausbildung im Betrieb erst vor kurzer Zeit begonnen habt.

Wer darf sich zur Wahl für den Betriebsrat stellen?

Ihr möchtet nicht nur mitbestimmen, wer in den Betriebsrat gewählt wird, sondern wollte Euch sogar selbst für die Belange der Angestellten in Eurem Ausbildungsbetrieb stark machen? Hervorragend! Eine Tätigkeit im Betriebsrat vermittelt einen tollen Blick hinter die Kulissen, verschafft Euch eine Menge Ansehen bei den Kollegen und ist außerdem eine großartige Zusatzqualifikation im sozialen Bereich, die Eure Chancen auf dem Arbeitsmarkt auch nach der Ausbildung verbessern kann.

Das passive Wahlrecht, so wird es nämlich genannt, wenn Ihr Euch selbst zur Wahl stellen dürft, hat grundsätzlich jeder Betriebszugehörige, der auch das Wahlrecht hat. Das gilt natürlich auch für Euch als Azubis. Allerdings muss der- oder diejenige schon mindestens 6 Monate für den Betrieb arbeiten. Diese Einschränkung ist durchaus sinnvoll, denn ein Betriebsratsmitglied sollte schon wissen, wie der Hase läuft, um seinen Job gut machen zu können. Es spielt übrigens keine Rolle, ob Ihr zu Beginn der Sechsmonatsfrist auch schon das 18. Lebensjahr vollendet hattet. Wichtig ist nur, dass Ihr entsprechend lange im Betrieb tätig und am Tag der Wahl alt genug seid. Macht Ihr Eure Ausbildung in einem sehr großen Unternehmen oder sogar in einem Konzern und seid vielleicht erst vor kurzem aus einer anderen Niederlassung hierher gewechselt, wird für die Erfüllung der Sechsmonatsfrist Eure gesamte Unternehmens- oder Konzernzugehörigkeit berücksichtigt.

Eine kleine Einschränkung gibt es allerdings noch: Es ist wichtig, dass Ihr für Eure Ausbildung einen Produktion- oder Dienstleistungsbetrieb gewählt habt. In einer nicht an einen solchen Betrieb angeschlossenen Berufsbildungseinrichtung könnt Ihr das passive Wahlrecht leider nicht ausüben.

Bildquelle: Abbildung 1: fotolia.com © Robert Kneschke; Abbildung 2: fotolia.com © Robert Kneschke; Abbildung 3: fotolia.com © Dreadlock  Abbildung 4: fotolia.com © Thomas Reimer

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